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Irische Sprache
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Die irische Sprache (irisch Gaeilge [] oder im Munster-Dialekt Gaolainn [], nach der bis 1948 geltenden Orthographie meist Gaedhilge), Irisch oder Irisch-GÀlisch, ist eine der drei goidelischen oder gÀlischen Sprachen. Sie ist also eng verwandt mit dem Schottisch-GÀlischen und dem Manx. Die goidelischen Sprachen zÀhlen zum inselkeltischen Zweig der keltischen Sprachen.

Laut dem 8. Verfassungsartikel ist Irisch „die Hauptamtssprache“ (an phrĂ­omhtheanga oifigiĂșil) der Republik Irland, „da sie die nationale Sprache ist“.cite-ref-1[1] Die EuropĂ€ische Union fĂŒhrt Irisch seit dem 1. Januar 2007 als eine ihrer 24 Amtssprachen. Ungeachtet ihres herausgehobenen offiziellen Status hat die Sprache nur noch wenige muttersprachliche Sprecher. Gebiete in Irland, in denen Irisch noch im tĂ€glichen Umgang gesprochen wird, werden als Gaeltacht offiziell ausgewiesen und gefördert, auch dort ist aber Irisch nicht unbedingt mehrheitlich in Gebrauch.

Die Sprachkennung des Irischen ist ga oder gle (nach ISO 639); pgl bezeichnet das archaische Irisch der Ogham-Inschriften, sga das darauffolgende Altirisch (bis etwa 900) und mga Mittelirisch (900–1200). Der bis 2005 verwendete Ethnologue-Code lautete GLI.cite-ref-2[2]

Contents

‱ Geschichte
‱ Konsonanten
‱ Vokale
‱ Schrift
‱ Grammatik
‱ Verben
‱ Numeralien
‱ Syntax
‱ Vaterunser
‱ Sprichwort
‱ Literatur
‱ Dialekte
‱ Weblinks

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Geschichte

Die AnfĂ€nge der irischen Sprache liegen zu großen Teilen im Dunkeln. Zwar ist das Irische unbestritten eine keltische Sprache, doch es ist umstritten, wann und auf welchem Weg es nach Irland kam. Die frĂŒhesten Zeugnisse des Irischen sind Inschriften in der sogenannten Ogham-Schrift. Sie wurde etwa vom 3. bis 6. Jahrhundert n. Chr. eingesetzt, eine sichere absolute Datierung ist jedoch nicht möglich. Ogham ist ein Alphabet, in dem die Buchstaben durch Gruppen von ein bis fĂŒnf Kerben (Konsonanten) oder Punkten (Vokale) bezeichnet wurden. Die Ogham-Schrift ist fast nur auf Steinkanten erhalten, wahrscheinlich wurde jedoch auch auf Holz geschrieben.

Gesichert ist damit soviel, dass zur Zeit der Ogham-Inschriften (also ab spĂ€testens dem 4. Jahrhundert) in Irland Irisch gesprochen wurde. Diese frĂŒheste Sprachstufe wird als archaisches Irisch bezeichnet. Die Sprachprozesse, die sich prĂ€gend auf das Altirische auswirkten, das heißt Apokope, Synkope und Palatalisierung, entwickelten sich in dieser Zeit.

Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass das (keltische) Irisch eine zuvor in Irland gesprochene Sprache ĂŒberdeckte und nach und nach ablöste, so dass es bis zur Annahme des Christentums im 4. und 5. Jahrhundert die alleinige Sprache auf der Insel war.cite-ref-4[4] Von der frĂŒheren Sprache sind keinerlei direkte Spuren erhalten, ihre Existenz ist aber in Form eines Substrateinflusses erschließbar (siehe im Artikel Inselkeltische Sprachen #Geschichte und Merkmale).

FĂŒr die Antike sind auch Kontakte zum romanisierten Britannien nachweisbar. Aus dieser Periode stammen etliche lateinische Lehnwörter im Irischen, in denen meist die regionale Aussprache des Lateinischen in Britannien nachgewiesen werden kann. Weitere Wörter sind zur Zeit des Altirischen (600–900) mit den rĂŒckkehrenden peregrini nach Irland gekommen. Diese waren irische und schottische Mönche, die auf dem Kontinent meist missionierten und klösterliche Gelehrsamkeit betrieben. Dieser Gelehrtheit entspricht der hohe Grad an Standardisierung und Dialektlosigkeit des sehr flexionsreichen Altirischen, zumindest in seiner schriftlichen Form.

Seit den EinfĂ€llen der Wikinger ab Ende des 8. Jahrhunderts musste sich das Irische die Insel mit anderen Sprachen teilen, vorerst jedoch nur in geringem Umfang. Die Skandinavier ließen sich vor allem in den KĂŒstenstĂ€dten als HĂ€ndler nieder und assimilierten sich nach und nach in die irische Kultur. Die skandinavischen Lehnwörter stammen ĂŒberwiegend aus den Bereichen Seefahrt und Handel, zum Beispiel Mittelirisch cnar „Handelsschiff“ < Altnordisch knĂžrr; Mittelirisch mangaire „fahrender HĂ€ndler“ < Altnordisch mangari.cite-ref-5[5] In dieser Zeit Ă€nderte sich die Sprache vom komplizierten und weitgehend standardisierten Altirischen zum grammatisch einfacheren und wesentlich diversifizierteren Mittelirischen (900–1200). Dies schlug sich unter anderem in der starken Vereinfachung der Flexionsformen (vor allem bei den Verben), dem Verlust des Neutrums und der Neutralisierung unbetonter Kurzvokale nieder.

fr-c3-bchneuirischfr-hneuirischAus heutiger Sicht entscheidend war fĂŒr das Irische der Einfall der Normannen ab 1169. Nicht zufĂ€llig spricht man ab etwa 1200 vom FrĂŒhneuirischen oder Klassischen Irisch (bis etwa 1600). Trotz der Unruhen zu Anfang des Zeitraums und der fortgesetzten Anwesenheit der Normannen im Lande ist diese Periode von sprachlicher StabilitĂ€t und literarischem Reichtum gekennzeichnet. Vor allem die Randgebiete im Westen und Norden waren zwar meist tributpflichtig, aber politisch und vor allem kulturell weitgehend unabhĂ€ngig. Das Irische blieb dadurch vorerst die mit Abstand verbreitetste Sprache, lediglich fĂŒr administrative Zwecke wurde bis ins 14. Jahrhundert das Französische verwendet, das Englische der neuen Siedler konnte sich nur um Dublin („The Pale“) und Wexford durchsetzen. Die Kilkenny-Statuten (1366), die englischstĂ€mmigen Siedlern den Gebrauch des Irischen verboten, blieben weitgehend wirkungslos. Allein der Umstand, dass sie eingefĂŒhrt werden mussten, ist fĂŒr die damalige Sprachsituation bezeichnend: Viele der ursprĂŒnglich normannischen oder englischen Familien ĂŒbernahmen die kulturellen Gepflogenheiten des Landes teilweise oder vollstĂ€ndig. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurden auch die StĂ€dte außerhalb des Pales wieder gĂ€lisiert, und im Laufe des 16. Jahrhunderts drang das Irische auch in den Pale hinein.cite-ref-6[6]

Auch die planmĂ€ĂŸigen Ansiedlungen englischer und schottischer Farmer in Teilen Irlands im 16. und 17. Jahrhundert Ă€nderten die Situation erst einmal nicht wesentlich. Die Unterschichten sprachen meist Irisch, die Oberschichten Englisch oder Irisch. In jener Zeit begann jedoch wahrscheinlich der prozentuale Anteil der Irischsprecher an der Gesamtbevölkerung langsam zu schrumpfen. Als infolge politischer Unruhen die Reste des alten irischen Adels 1607 von der Insel flohen (Flucht der Grafen), wurde die Sprache völlig ihrer Verwurzelung in den Oberschichten enthoben.cite-ref-7[7] Sprachgeschichtlich ist hier der Beginn des Neuirischen oder modernen Irischen anzusetzen.

Der entscheidende Faktor fĂŒr den RĂŒckgang der Sprache im 19. Jahrhundert war der Hunger auf dem Lande. Dieser war verbreitet und gelegentlich katastrophal, besonders lang und intensiv wĂ€hrend der Großen Hungersnot 1845–1849. Zwischen 1843 und 1851 reduzierte sich die Anzahl der Irischsprecher um 1,5 Millionen, von denen die Mehrzahl verhungerte, der Rest emigrierte.cite-ref-8[8] Dies bedeutet einen Verlust von mehr als einem Drittel, da die gesamte Anzahl von Irischsprechern zum Ende des 18. Jahrhunderts auf 3,5 Millionen geschĂ€tzt wird.cite-ref-9[9] Wer etwas erreichen oder in manchen FĂ€llen auch nur ĂŒberleben wollte, musste in die StĂ€dte oder ins Ausland (Großbritannien, USA, Kanada, Australien) abwandern – und Englisch sprechen. Da Eltern ihre Kinder hĂ€ufig auf das Leben in der Stadt oder im Ausland vorbereiten mussten, schlug diese Entwicklung nach und nach auf die lĂ€ndlichen Gebiete zurĂŒck. Das Irische wurde zumindest im öffentlichen Bewusstsein zur Sprache der Armen, der Bauern, Fischer, Landstreicher. Die Sprache wurde nun zusehends vom Englischen verdrĂ€ngt. Wiederbelebungsmaßnahmen ab dem spĂ€ten 19. Jahrhundert und vor allem ab der UnabhĂ€ngigkeit Irlands 1922 (zum Beispiel unter Mitwirkung des Conradh na Gaeilge) sowie die bewusste Förderung des sozialen Status des Irischen konnten die Entwicklung nicht aufhalten, geschweige denn umkehren. Zu den auf die Sprachsituation wirkenden Negativfaktoren des spĂ€ten 20. und des 21. Jahrhunderts zĂ€hlen vor allem die zunehmende MobilitĂ€t der Menschen, die Rolle der Massenmedien und zum Teil fehlende enge soziale Netzwerke (fast alle Irischsprecher leben in engem Kontakt mit Englischsprechern). Heute wird nur noch in kleinen Teilen Irlands, und vereinzelt in den StĂ€dten, tĂ€glich Irisch gesprochen. Diese meist ĂŒber die Nordwest-, West- und SĂŒdkĂŒste der Insel verstreuten Sprachinseln werden zusammenfassend Gaeltacht (auch einzeln so; Plural GaeltachtaĂ­) genannt.

Der irische Zensus von 2006 ergab 1,66 Millionen Menschencite-ref-10[10] (40,8 % der Bevölkerung), die behaupten, Irisch zu können. Davon sind im höchsten Fall 70.000 Personen Muttersprachler, von denen jedoch lĂ€ngst nicht alle tĂ€glich und in allen Situationen Irisch sprechen. Dem Zensus 2006 zufolge geben 53.471 Iren an, tĂ€glich irisch außerhalb der Bildungsanstalten zu sprechen. Beim Zensus von 2016 gaben 1.761.420 Iren an, Irisch sprechen zu können, was 39,8 % der Landesbevölkerung entspricht. Trotz einer zunehmenden absoluten Sprecherzahl ging der prozentuale Anteil in der Bevölkerung leicht zurĂŒck. 73.803 gaben an, tĂ€glich Irisch zu sprechen, davon leben 20.586 (27,9 %) in den GaeltachtaĂ­.cite-ref-11[11]

In den StĂ€dten ist die Sprecherzahl zunehmend, wenn auch auf weiterhin geringem Niveau. Das in den StĂ€dten vor allem von Kindern von Zweitsprachlern gesprochene Irisch unterscheidet sich oft vom „traditionellen“ Irisch der GaeltachtaĂ­ und ist von Vereinfachungen in Grammatik und Aussprache geprĂ€gt, was das gegenseitige VerstĂ€ndnis beeintrĂ€chtigt. So wird beispielsweise die zur Pluralbildung nötige Unterscheidung von harten und weichen Konsonanten vernachlĂ€ssigt, der Plural wird dementsprechend ĂŒber andere Wege ausgedrĂŒckt. Die Grammatik und Satzstruktur wird vereinfacht und teilweise dem Englischen angepasst. Inwieweit sich dieses urban Irish der Standardsprache anpasst oder sich als eigenstĂ€ndiger Dialekt oder Kreolsprache entwickelt, ist Diskussion der Forschung.cite-ref-schism-12-0[12]

Auch unter manchen Nachfahren der in die Vereinigten Staaten und andere LĂ€nder ausgewanderten Iren wird das Irische gepflegt. Vor allem mangels Gelegenheiten erreichen jedoch nur wenige von ihnen ausreichende Kenntnisse, um die Sprache ĂŒber einige nostalgisch gepflegte Redewendungen hinaus gebrauchen zu können. Ein grĂ¶ĂŸerer Teil dieser Lernprozesse erfolgt ĂŒber entsprechende Websites und auch die Teilnahme an Irischkursen in Irland.

Irisch in Öffentlichkeit, Medien und Bildungssystem

In schriftlicher Form ist das Irische in ganz Irland anzutreffen. Offizielle Ausschilderungen, so beispielsweise Orts- und Straßenschilder, sind in der gesamten Republik Irland, zum Teil auch in Nordirland, nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Irisch beschrieben. In Teilen der Gaeltacht (beispielsweise in Gebieten West-Connemaras) sind Orientierungshilfen dieser Art nur auf Irisch ausgezeichnet. Das Gleiche gilt fĂŒr Gedenktafeln und offizielle Dokumente. Gesetzestexte mĂŒssen in einer irischsprachigen Fassung veröffentlicht werden, deren Wortlaut in ZweifelsfĂ€llen verbindlich ist. Einige staatliche und öffentliche Institutionen haben ausschließlich irischsprachige Bezeichnungen oder solche, die neben der englischen Form hĂ€ufig verwendet werden:

‱ Landesname: Éire (neben Ireland, hĂ€ufig poetisch oder liebevoll gemeint)
‱ Parlament: An tOireachtas („die Versammlung“), offiziell nur irisch gebraucht
‱ Oberhaus: Seanad Éireann („Senat Irlands“), offiziell nur irisch gebraucht
‱ Unterhaus: Dáil Éireann („Zusammenkunft Irlands“), offiziell nur irisch gebraucht
‱ PrĂ€sident: UachtarĂĄn na hÉireann („Oberster von Irland“)
‱ Premierminister: An Taoiseach („Der Erste“, „Der AnfĂŒhrer“), im inneririschen Gebrauch nur irisch
‱ Vize des Premierministers: An Tánaiste („Der Zweite“), im inneririschen Gebrauch nur irisch
‱ Parlamentsmitglied: Teachta Dála („Mitglied der Zusammenkunft“), fast nur irisch gebraucht (Titel T.D. dem Namen nachgestellt)
‱ alle Ministerien: Roinn + jeweiliger ZustĂ€ndigkeitsbereich im Genitiv („Abteilung der/des
“), meist englisch gebraucht
‱ Post: An Post („Die Post“), offiziell nur irisch gebraucht
‱ Busgesellschaften: Bus Éireann („Bus Irlands“), nur irisch gebraucht; Bus Átha Cliath („Bus Dublins“), hĂ€ufiger auch „Dublin Bus“ genannt
‱ Eisenbahngesellschaft: Iarnród Éireann („Eisenbahn Irlands“), auch „Irish Rail“ genannt
‱ Radio- und Fernsehstation: Raidió Teilifís Éireann (RTÉ, „Radio Fernsehen Irlands“), nur irisch gebraucht
‱ Telekom: frĂŒher Telecom Éireann („Telekom Irlands“), offiziell nur irisch gebraucht, mittlerweile privatisiert, nun „eir“ genannt
‱ Entwicklungsförderungsgesellschaft fĂŒr die Gaeltacht: ÚdarĂĄs na Gaeltachta („Behörde der Gaeltacht“), nur irisch gebraucht
‱ Polizei: Garda SĂ­ochĂĄna („HĂŒter des Friedens“), wird als Kurzform „Garda“ auch im Englischen verwendet

Die meisten fĂŒr private Zwecke veröffentlichten Hinweise und ErklĂ€rungen, beispielsweise Speisekarten in Restaurants, sind dagegen ĂŒblicherweise nur auf Englisch ausgezeichnet. Manche private Firmen zeichnen einen Teil ihrer öffentlichen Texte jedoch ebenfalls zweisprachig aus. So sind die einzelnen Abteilungen in BuchlĂ€den und SupermĂ€rkten hĂ€ufig auch auf Irisch bezeichnet, Produkte irischer Herkunft jedoch sehr selten. Letztlich tragen zahlreiche Kneipen, Restaurants und LĂ€den irische Namen.

In irischer Sprache produzieren mehrere Radiosender (RaidiĂł na Gaeltachta (staatlich), RaidiĂł na Life (privat, Dublin)), ein Fernsehsender (TG4, anfangs TnaG, TeilifĂ­s na Gaeilge) mit Hauptquartier in Baile na hAbhann, sowie einige Periodika, darunter die Wochenzeitung Foinse („Quelle“) und einige meist kulturell oder literarisch orientierte Zeitschriften. Seit Ende 2008 erscheint auch die Jugendzeitschrift NĂłs. Im Vergleich zur Sprecherzahl gibt es eine recht rege irischsprachige Literatur. Es gibt verschiedene Literaturfestivals und Literaturpreise. In den meisten BuchlĂ€den sind irischsprachige BĂŒcher zu finden.

An allen staatlichen Schulen des Landes ist Irisch Pflichtfach, wĂ€hrend der restliche Unterricht normalerweise auf Englisch stattfindet. Es gibt jedoch eine Anzahl von Schulen, Gaelscoileanna genannt, an denen Irisch die Unterrichtssprache fĂŒr alle FĂ€cher ist. Ansonsten mĂŒssen SchĂŒler seit Jahrzehnten zwar Irisch lernen, ihre Kenntnisse aber selten ernsthaft nachweisen. Lediglich fĂŒr den Zugang zu bestimmten Berufen im Staatsdienst und zu den Colleges der National University muss ein Leaving-Certificate-Abschluss im Fach Irisch vorgelegt werden.

Irisch in geografischen Bezeichnungen

Auch wenn Irisch kaum noch alltĂ€gliche Umgangssprache ist, ist sie in den Namen von Orten, Bergen und Seen weit verbreitet. Nahezu alle irischen Ortsnamen sind Anglisierungen und leiten sich aus den irischen Namen ab. Besonders hĂ€ufig sind bei den Orten Bally
 (von Baile – Ort/ Stadt oder von BĂ©al – Mund/ MĂŒndung) sowie, Kil(l)
 (von Cill – Kirche oder von Coill – Wald).cite-ref-13[13]

Auch Verballhornungen kommen vor. So bezieht sich der Name des Phoenix Parks in Dublin nicht auf den mythischen Vogel Phönix, sondern er hat seinen Ursprung in dem irischen fionn uisce – klares/ helles Wasser.

Dialekte und geografische Verteilung

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Hauptartikel

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Irische Dialekte

Als Mutter- oder Erstsprache existiert das Irische nur in Form von Dialekten, es gibt keine als Muttersprache gesprochene Standardsprache (nur die Orthografie ist standardisiert, sodass in einzelnen Dialekten manchmal Lautstand und Schreibung voneinander abweichen können). Von Irischlernern wird zumeist das auf staatliche Initiative hin erarbeitete und unterrichtete Standardirische (An CaighdeĂĄn OifigiĂșil, offiziell gĂŒltig seit 1948) gesprochen, oft vermischt mit einem erlernten Dialekt. Unterschieden werden die Hauptdialekte von Munster, Connacht und Ulster, die in zahlreiche, geographisch meist voneinander getrennte Unterdialekte gegliedert werden können.

Abgesehen von den oben angegebenen Gebieten gibt es seit den 1950er Jahren noch zwei winzig kleine Sprachinseln in der Grafschaft Meath nordwestlich von Dublin (Rath Cairne und Baile Ghib), die vor allem Versuchszwecken dienten: Können sich GaeltachtaĂ­ in der NĂ€he einer Stadt wie Dublin halten? Dazu wurden dort Irischsprecher aus Connemara angesiedelt und finanziell unterstĂŒtzt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es weitere Gebiete mit grĂ¶ĂŸerer Anzahl von Irischsprechern, unter anderem in Teilen Nordirlands (Glens of Antrim, West Belfast, South Armagh und Derry) sowie in der Grafschaft Clare.

Die einzelnen Dialekte unterscheiden sich sprachlich in vielerlei Hinsicht:cite-ref-14[14]

‱ Lexik

‱ „wann?“: Munster cathain?, cĂ©n uair?, Connemara cĂ©n uair?, Donegal cĂĄ huair?cite-ref-15[15]

‱ Syntax

‱ „Sie ist eine arme Frau“:

‱ Standard Is bean bhocht í (ist Frau arm sie), Bean bhocht atá inti (Frau arm ist in-ihr)
‱ Munster Is bean bhocht í (ist Frau arm sie), Bean bhocht is ea í (Frau arm ist es sie), Bean bhocht atá inti (Frau arm ist in-ihr)
‱ Connacht und Donegal Is bean bhocht í (ist Frau arm sie), Bean bhocht atá inti (Frau arm ist in-ihr)


‱ allgemeine Tendenz: je weiter nach SĂŒden und Westen, desto hĂ€ufiger werden statt analytischer Verbformen synthetische gebraucht: „ich werde trinken“ – Ăłlfaidh mĂ© vs. Ăłlfad; „sie aßen“ – d’ith siad vs. d’itheadar
‱ in Munster sind noch Reste des Dativ Plural gebrĂ€uchlichcite-ref-16[16]

‱ Phonologie und Phonetik

‱ in Munster werden 2. oder 3. Silben betont, die lange Vokale oder -ach- enthalten
‱ Umsetzung der aus dem Altirischen ererbten „gespannten“ Konsonanten /L/ und /N/ sowie deren palatalisierter Entsprechungen /L®/ und /N®/, Beispiel ceann, „Kopf“:

‱ Donegal und Mayo /kâ€ČaN/ (kurzer Vokal, gespanntes N)
‱ Connemara /kâ€Ča:N/ (langer Vokal, gespanntes N)
‱ West Cork (Munster) /kâ€Čaun/ (Diphthong, ungespanntes n)

Phonetik und Phonologie

Konsonanten

Das irische Konsonantensystem ist insgesamt geprĂ€gt von der Unterscheidung in velarisierte und palatale Konsonanten, traditionell auch als engl. broad / ir. leathan („weit“) und engl. slender / ir. caol („eng“) bezeichnet. Die velarisierten Konsonanten werden mit einer Weitung des mittleren Mundraums gesprochen, in der phonetischen Umschrift symbolisiert durch ein hochgestelltes [ Ë  ]. Die palatale Variante, die durch eine Verengung am Gaumen bewirkt wird, wird mit dem Zusatz [ ÊČ ] bezeichnet.cite-ref-17[17]

Die Aussprache palataler Konsonanten und der engen Vokale „e, i“ ergibt eine natĂŒrliche Verbindung, ebenso die velarisierten Konsonanten und die Vokale „a, o, u“. Es ist aber wichtig zu sehen, dass tatsĂ€chlich alle Kombinationen vorkommen. Zum Beispiel:cite-ref-18[18]

‱ Palatalisierter Konsonant + [i]: [bÊČiː] „sei!“

Velarisierter Konsonant + [i]: [bˠiː] „gelb“

‱ Palatalisierter Konsonant + [o]: [bÊČoː] „lebendig“

Velarisierter Konsonant + [o]: [bˠoː] „Kuh“

Es handelt sich also bei den zwei Reihen von Konsonanten nicht um Anpassungen der Aussprache an die Lautumgebung, sondern um verschiedene Phoneme.

Eine weitere markante Eigenheit ist, dass die Konsonanten /t/, /d/ und /n/ dental ausgesprochen werden, also mit an die SchneidezĂ€hne angelegter Zungenspitze. Eine enge phonetische Umschrift verwendet daher ein tiefgestelltes Zusatzzeichen, zum Beispiel [ tÌȘ ] fĂŒr den Konsonanten /t/. (Im vorliegenden Artikel wird dieser Zusatz weggelassen).

Die Konsonanten des Irischen sind im Detail wie folgt:cite-ref-19[19]

| | bilabial | bilabial | dental | dental | alveolar | alveolar | alveopalatal | alveopalatal | palatal | palatal | velar | velar | glottal | glottal |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. | stl. | sth. |
| Plosive | , | , | tË  | dË  | | | tÊČ | dÊČ | c | ɟ | k | g | | |
| Nasale | | mË , mÊČ | | | | nË , nÊČ | | ÉČ | | | | Ƌ | | |
| Vibranten | | | | | | | | | | | | | | |
| Taps / Flaps | | | | | | ÉŸ | | | | | | | | |
| Frikative | ɞˠ, ÉžÊČ | ÎČË , ÎČÊČ | s | | | | ʃ , tÍĄÊƒ | dÍĄÊ’ | ç | ʝ | x | ÉŁ | h | |
| laterale Approximanten | | | | | ÉŹ | l | ʎ | | | ʎ | | | | |

Anmerkungen:

‱ Durch Lehnwörter haben die Konsonanten /z, ʒ, w, j/ auch Eingang in das moderne Irisch gefunden.
‱ Die velarisierten Plosive /dË , tË / und das Frikativ /s/ waren ursprĂŒnglich dental, aber in Munster entwickeln sie sich zu Alveolaren.
‱ In einigen Regionen Irlands gibt es eine Tendenz, dass die palatalisierten Plosive /tÊČ, dÊČ/ zu Affrikaten /tÍĄÊƒ, dÍĄÊ’/ werden.

Vokale

Die Vokale des Irischen treten meist in Paaren von Kurz- und Langvokalen auf; ferner hat das Irische den zentralen Vokal Schwa:cite-ref-20[20]

| | Vorne | Vorne | Zentral | Hinten | Hinten |
|---|---|---|---|---|---|
| | Kurz | Lang | Kurz | Kurz | Lang |
| Geschlossen | | | | | |
| Mittel | | | | | |
| Offen | | | | | |

Diphthonge im Irischen sind .

Schrift

Das irische Alphabet

Das Irische wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben (ClĂł RĂłmhĂĄnach). FrĂŒher wurde eine eigene, aus lateinischen Majuskeln abgeleitete Unziale verwendet (ClĂł Gaelach). Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden irischsprachige BĂŒcher und andere SchriftstĂŒcke hĂ€ufig in diesem Ă€lteren Schriftsatz gedruckt. Heute wird er nur noch fĂŒr dekorative Zwecke gebraucht. Weiteres unter Irische Schrift.

Das Irische verwendet fĂŒnf Vokalbuchstaben: a, e, i, o, u, wobei die Aussprache als langer Vokal mit einem Akzent bezeichnet wird (ĂĄ, Ă©, Ă­, Ăł, Ăș). Weiterhin werden 13 Konsonantenbuchstaben (b, c, d, f, g, h, l, m, n, p, r, s, t) verwendet; die restlichen im lateinischen Alphabet vorkommenden (j, k, q, v, w, x, y, z) treten nur in Fremd- und Lehnwörtern auf (etwa in jĂ­p „Jeep“; jab „Job“; x-ghathĂș „Röntgen(aufnahme)“, von englisch x-ray).

Weitere Laute entstehen durch Buchstabenverbindungen. Eine Besonderheit ist vor allem, dass das Irische die Laute /h/, /v/ und /w/ besitzt, aber keine regulĂ€ren Buchstaben fĂŒr sie. Der Buchstabe h kommt selbstĂ€ndig nur in Fremd- oder Lehnwörtern vor (beispielsweise in hata „Hut“), aber tritt ansonsten nur als Zusatzzeichen auf, nĂ€mlich in Buchstabenverbindungen wie „th“, „sh“ etc., die beide als Ganze den Lautwert [h] haben. Auch die Konsonanten /v/ und /w/ können nur durch Buchstabenverbindungen geschrieben werden. Siehe auch: Abschnitt #Anlautmutationen.

Die Schreibung und ihre Aussprache

Verschiedene Laute des Irischen werden in der Schrift indirekt ausgedrĂŒckt, sie entsprechen dann nicht eigenen Buchstaben, sondern entstehen nur in Buchstabenverbindungen.

Ebenso wie das Deutsche kennt auch das Irische einen „Murmellaut“ Schwa /ə/, ohne einen eigenen Buchstaben dafĂŒr zu haben. Irische Kurzvokale werden in unbetonter Position oft zu Schwa reduziert. In Munster behĂ€lt jedoch der tiefe Vokal a seine QualitĂ€t in unbetonter Position, wenn die folgende Silbe einen der hohen Vokale Ă­ Ăș enthĂ€lt, zum Beispiel cailĂ­n [kaˈlâ€Čiːnâ€Č] „MĂ€dchen“, eascĂș [asˈkuː] „Aal“.cite-ref-21[21] In Ulster wird unbetontes a vor ch nicht reduziert, zum Beispiel eallach [ˈaÉ«ÌȘax] „Vieh“.cite-ref-22[22] Ansonsten werden aber lediglich die mit einem LĂ€ngenzeichen (ir. fada) markierten Langvokale stets so unterschiedlich ausgesprochen, wie sie geschrieben werden.

Ein Grundprinzip der irischen Schreibung von Konsonanten ist, dass die „natĂŒrlichen“ Verbindungen „palatal+(e,i)“ und „velar+(a,o,u)“ ohne besondere Kennzeichnung durch die jeweiligen Konsonanten- und Vokalbuchstaben geschrieben werden. Beispiele:

‱ [bÊČiː] („sei!“) = bĂ­
‱ [bˠoː] („Kuh“) = bó

Treffen zwei Laute verschiedenen Typs aufeinander, wird die QualitĂ€t des Konsonanten signalisiert, indem seine Umgebung mit dem entsprechenden Vokalbuchstaben aufgefĂŒllt wird, ohne dass dieser Vokalbuchstabe gesprochen werden soll. Beispiele:

‱ Velarisierter Konsonant + [i]: [bˠiː] „gelb“

geschrieben als buĂ­, das u wird nicht gesprochen.

‱ Palatalisierter Konsonant + [o]: [bÊČoː] „lebendig“

geschrieben als beo, das e wird nicht gesprochen.

Diese Regel wird so gehandhabt, dass normalerweise die gesamte Umgebung eines Konsonanten eindeutig bestimmt sein muss. Dies bedeutet, dass sowohl vor als auch nach einem Konsonanten stumme Vokalbuchstaben auftreten können. Beispiele:

‱ [kË iːrÊČə] geschrieben: caoirigh

Der Anlaut /k/ ist eindeutig velar, da durch „ao“ vom „i“ getrennt („ao“ ist nicht zu sprechen), das /r/ ist eindeutig palatalisiert, da auf beiden Seiten „i“ steht (beide werden ausgesprochen, das zweite aber reduzierter).

‱ [kÊČuːʃ] („Kante“) geschrieben: ciumhais.

Die Konsonantengruppe „mh“ ist eindeutig als velar markiert, obwohl palatalisiertes /k/ vorangeht und palatalisiertes /s/ (also [ʃ], geschrieben „is“) folgt. Die beiden „i“ und das „a“ werden nicht gesprochen.

Das letzte obige Beispiel zeigt einen weiteren Wesenszug des Irischen: die SchwĂ€chung oder Auslassung von Konsonanten in der Wortmitte und am Wortende. Die Konsonantengruppe „mh“ in ciumhais wird nicht gesprochen (sie muss sich trotzdem an die Schreibregeln mit zusĂ€tzlichen Vokalbuchstaben halten). Diese SchwĂ€chung von Konsonanten in der Aussprache ist charakteristisch sowohl fĂŒr die gegenwĂ€rtige Sprache als auch die Sprachgeschichte. Frikative verschmelzen hĂ€ufig mit den umgebenden Vokalen zu Langvokalen oder Diphthongen, zum Beispiel: oĂ­che („Nacht“) wird [iːçə] oder einfach [iː] gesprochen,cite-ref-23[23] athair „Vater“ als [ahirÊČ] oder [ÊːrÊČ].cite-ref-24[24] Die Form athair ist wiederum historisch durch Schwund bzw. SchwĂ€chung der beiden Konsonanten entstanden, die man in der lateinischen Entsprechung pater sieht.

Die fĂŒrs geschriebene Irisch typischen stummen Konsonantengruppen im Wortinneren und am Wortende sind also Überbleibsel frĂŒherer Sprachstadien. Daneben sorgen sie manchmal fĂŒr den Ausdruck von Diphthongen, also Doppelvokalen, wobei in der Schreibung nur ein Vokal existiert. Ein Beispiel ist der Vorname Tadhg, der eine stumme Konsonantengruppe „dh“ enthĂ€lt, die aber den Vokal zu einem Diphthong umfĂ€rbt; die Aussprache ist [].

Grammatik

Das Irische ist eine keltische Sprache und teilt daher viele Merkmale mit anderen indogermanischen Sprachen, vor allem hinsichtlich der grammatischen Kategorien bei Nomina und Verben. Es bestehen jedoch einige Unterschiede, die das Irische, teils zusammen mit den anderen inselkeltischen Sprachen, von den ĂŒbrigen indogermanischen Sprachen absetzen. Unter anderem sind dies die Initialstellung des Verbs, das Vorhandensein der Anlautmutationen, sogenannte „konjugierte PrĂ€positionen“ sowie Reste einer doppelten Verbalflexion.

Anlautmutationen

Die Wortformen der irischen Sprache sind von zwei Klassen von Anlautmutationen geprĂ€gt, traditionell Lenition und Eklipse oder Nasalierung genannt. Historisch gesehen waren sie ursprĂŒnglich (vor dem Altirischen) rein phonologische Erscheinungen. Mit dem Wegfall der Endungen im archaischen Irisch (vor etwa 600 n. Chr.) erlangten sie aber grammatische Funktion. Im modernen Irisch werden die Mutationen in bestimmten grammatischen Umgebungen verlangt, manchmal dienen auch sie alleine als Unterscheidungsmerkmale fĂŒr grammatische Formen.

Phonetische Beschreibung und Orthografie

Bei der Anlautmutation wird die Aussprache eines Konsonanten am Wortanfang auf einen anderen Konsonanten verschoben, wobei die Regeln fĂŒr eine gegebene Lautklasse nicht immer alle ihre Mitglieder einheitlich behandeln.cite-ref-25[25] In der irischen Orthographie bleibt der ursprĂŒngliche Buchstabe erhalten (anders als es im Walisischen gehandhabt wird), und verschiedene Zusatzbuchstaben dienen als Kennzeichnung fĂŒr die Mutationen.

‱ Lenition

Die Lenition bewirkt eine SchwĂ€chung von Verschlusslauten (Plosiven) und Reibelauten (Frikativen). Hierbei werden die Verschlusslaute meist auf den Frikativ oder Gleitlaut mit demselben Artikulationsort verschoben (Ausnahmen: /t/ und /d/, siehe Tabelle unten). Die lenierbaren Frikative werden unterschiedlich behandelt: /f/ wird unter Lenition vollstĂ€ndig getilgt, /s/ wird in den Laut [h] ĂŒberfĂŒhrt. Die Lenition wird in der Schreibung gekennzeichnet, indem der Buchstabe h an den Anfangskonsonanten angehĂ€ngt wird. In der Ă€lteren irischen Schrift, ClĂł Gaelach, wurden diese FĂ€lle nicht durch einen Zusatz von „h“, sondern durch einen ĂŒber den anderen Buchstaben gestellten Punkt gekennzeichnet (Überpunkt).

‱ Eklipse

Die Eklipse (oder Nasalierung) bewirkt einen Wechsel von einem stimmlosen zum entsprechenden stimmhaften Laut bei Verschlusslauten und /f/, sowie einen Wechsel von stimmhaften Verschlusslauten zum entsprechenden Nasalkonsonanten. In der Schreibung wird diese Mutation durch das Davorsetzen des neuen Lautes vor den ursprĂŒnglichen gekennzeichnet. Bei Großschreibung eines Wortes wird der vorangesetzte Buchstabe dennoch klein geschrieben, Beispiel: DĂșn na nGall (irischer Name der Stadt Donegal), gesprochen []. Hier ist also Gall zu nGall mutiert (in diesem Fall ist die Schreibung leicht unregelmĂ€ĂŸig, denn das vorgesetzte n ergibt nur zusammen mit dem ursprĂŒnglichen G den Nasalkonsonanten ng []). Derselbe Prozess findet sich auch in der englisch-irischen Mischschreibung Myles na gCopaleen (ein Pseudonym des Schriftstellers Flann O’Brien), mutiert von ir. capallĂ­n „Pferdchen“ zum Ausdruck eines Genitiv Plural.

‱ GesamtĂŒberblick

Die folgende Tabelle zeigt die Mutationen im Einzelnen (wenn in einer Zelle zwei Varianten stehen, handelt es sich nicht um verschiedene Laute, sondern um Varianten der phonetischen Notation). Man beachte, dass die lenierten Formen von /t/ mit denen von /s/ zusammenfallen, und die lenierten Formen von /d/ mit denen von /g/. Die Eklipse von /f/ liefert denselben Laut wie die Lenition von /m/ und /b/, aufgrund der unterschiedlichen Ableitungsgeschichte wird dieser Laut aber unterschiedlich geschrieben. Da das irische Alphabet keinen eigenen Buchstaben fĂŒr den Laut [v] benutzt (außer „v“ in Fremdwörtern), kann dieser Laut generell nur durch „bh“ oder „mh“ dargestellt werden, dies gilt sogar fĂŒr den vorgesetzten Laut in der Eklipse von /f/, es entsteht die Schreibung „bhf“ fĂŒr den auf [v] verschobenen Konsonanten.

| Grundform | Grundform | Grundform | Lenition | Lenition | Lenition | Eklipse | Eklipse | Eklipse |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schreibung | Aussprache | Aussprache | Schreibung | Aussprache | Aussprache | Schreibung | Aussprache | Aussprache |
| Schreibung | vor a, o, u | vor e, i | Schreibung | vor a, o, u | vor e, i | Schreibung | vor a, o, u | vor e, i |
| p | [ ] | [ ] | ph | [ ] | [ ] | bp | [ ] | [ ] |
| t | [ ] | [ ] | th | [ ] | [ ] | dt | [ ] | [ ] |
| c | [ ] | [kÊČ] / [ ] | ch | [ ] | [ ] | gc | [ ] | [gÊČ] / [ ] |
| b | [ ] | [ ] | bh | [ ] | [ ] | mb | [ ] | [ ] |
| d | [ ] | [ ] | dh | [ ] | [ ] | nd | [ ] | [ ] |
| g | [ ] | [gÊČ] / [ ] | gh | [ ] | [ ] | ng | [ ] | [ ] |
| m | [ ] | [ ] | mh | [ ] | [ ] | — | — | — |
| f | [ ] | [ ] | fh | (stumm) | (stumm) | bhf | [ ] | [ ] |
| s | [ ] | [ ] | sh | [ ] | [ ] | — | — | — |

(In der Tabelle fehlen die Konsonanten l, n, r, da diese nicht mutieren).

Funktion der Anlautmutationen

In vielen FÀllen werden Anlautmutationen von der grammatischen Umgebung verlangt. Beispiele sind die Verbformen, die auf eine der Partikeln am Satzanfang folgen oder Substantive, die auf Zahlwörter oder PrÀpositionen folgen; siehe hierzu die Beispiele weiter unten in den Abschnitten #PrÀpositionen und #Numeralien.

Es kann sich auch ergeben, dass man das konkrete grammatische Merkmal nur an der erfolgten Mutation ablesen kann. Beispiele liefern die Possessivpronomina der 3. Person: Diese lauten im Irischen allesamt a, es handelt sich aber um verschiedene Wörter, weil sie verschiedene Mutationen auslösen:cite-ref-26[26]

‱ cóta – „Mantel“
‱ a chóta – „sein Mantel“.

Das Possessivum der 3. Person Singular maskulin lautet „a + Lenition“

‱ a cóta – „ihr Mantel“

Das Possessivum der 3. Person Singular feminin lautet „a (ohne Mutation)“

‱ a gcóta – „(denen) ihr Mantel“

Das Possessivum der 3. Person Plural lautet „a + Eklipse“

Ein weiteres Beispiel ist die Markierung von Genitivattributen durch Lenierung: Man vergleiche die lenierten Formen in dem oben abgebildeten Schild und die Formen mit of in der englischen Entsprechung:

‱ Grundformen: contae = „County“, DĂșn na nGall = „Donegal“

Englisch: Council of the County of Donegal
Irisch: Comhairle Chontae DhĂșn na nGall

Substantive, Artikel und Adjektive

Vom Altirischen hat das moderne Irisch einen großen Flexionsreichtum geerbt, der sich heute jedoch weitgehend auf das Verb beschrĂ€nkt. Das Substantiv und das Adjektiv weisen im Grunde nur noch zwei bis drei FĂ€lle (Nominativ/Akkusativ, Vokativ und Genitiv) auf. In festen Redewendungen existieren Spuren des Dativs, der sonst nur in einigen Dialekten noch aktiv gebraucht wird. Es gibt zwei Numeri, Singular und Plural, ein Dual war jedoch seit der Zeit des Altirischen vorhanden, und Dualformen werden von Grammatikern bis in die erste HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts verzeichnet.cite-ref-27[27] Zudem werden Substantive in Genera unterteilt, feminin und maskulin, das neutrale Geschlecht ist im Mittelirischen verschwunden. Der Artikel lautet fĂŒr beide Genera an (Plural: na). In den meisten FĂ€llen ist jedoch eine Unterscheidung gewahrt, da sich die Anlaute maskuliner und femininer Substantive nach dem Artikel meist verschieden verhalten.

Verben

Das Verb hingegen besitzt auch heute einen großen Umfang an Flexionsmöglichkeiten. Verben werden anhand der Kategorien Modus, Tempus, Aspekt und Person konjugiert. Ein „klassisches“ Genus Verbi im Sinne von Aktiv und Passiv gibt es nicht, jedoch entsprechende Ersatzkonstruktionen. Als Modi werden der Indikativ, der Imperativ und in schwindendem Maße der Konjunktiv verwendet. Zudem werden fĂŒnf Zeitformen unterschieden: PrĂ€sens, PrĂ€teritum (einfache Vergangenheit), Imperfekt (wiederholte/andauernde Vergangenheit), Futur und Konditional. Tempora wie Perfekt und Plusquamperfekt können durch andere Konstruktionen gebildet werden, die teilweise ĂŒber eine Kombination aus lexikalischen Mitteln und einer Verschiebung von Agens und Patiens funktionieren. Die „Zeitform“ Konditional besitzt zwar einen stark modalen Aspekt, wird jedoch innerhalb der Paradigmen der Zeitformen gebildet und daher zu diesen gerechnet.

Das Irische besitzt einen habituellen und einen progressiven Aspekt (diese Bedeutungen werden im Deutschen nicht durch eigene Formen unterschieden). Der habituelle Aspekt dient vor allem fĂŒr allgemeingĂŒltige oder zeitlich nicht genau spezifizierte Aussagen, der progressive Aspekt fĂŒr Aussagen, bei denen die Handlung zur betrachteten Zeit gerade ablĂ€uft. Mit dem habituellen Ólaim tae („Ich trinke Tee“) sagt der Sprecher also, dass er allgemein Teetrinker ist, mit dem entsprechenden progressiven TĂĄ mĂ© ag Ăłl tae dagegen, dass er gerade dabei ist, Tee zu trinken.cite-ref-28[28]

Weiterhin besitzt das Irische jeweils drei grammatische Personen im Singular und im Plural. Bei den Pronomen, die die Verbformen begleiten, wird im Singular analog zu den Substantiven zwischen Maskulinum und Femininum unterschieden (sĂ© / sĂ­), im Plural nicht (siad). Zudem gibt es eine unpersönliche Verbform (auch „autonome Verbform“ genannt), bei der keine spezifische Person bezeichnet wird. Diese Form ist mit dem deutschen unbestimmten „man“ vergleichbar: lĂ©itear leabhar, „man liest ein Buch“, „jemand liest ein Buch“, von lĂ©igh, „lesen“. Oft lĂ€sst sie sich auch als Passiv ĂŒbersetzen: „ein Buch wird gelesen“. ErgĂ€nzt wird dieses Verbalsystem durch Partizipien sowie dem hĂ€ufig verwendeten Verbalnomen (etwa vergleichbar mit den deutschen substantivierten Verben), welches auch anstelle eines sonst fehlenden Infinitivs verwendet wird.

Im Laufe der Entwicklung des Irischen wurde dessen ursprĂŒnglich synthetischer Bau zunehmend durch analytische Bildungen ersetzt. Beim Verb ist diese Entwicklung besonders gut zu erkennen, da heute ein Zustand besteht, in dem innerhalb eines Flexionsparadigmas analytische und synthetische Formen „durcheinander“ gebraucht werden. Die folgenden Tabellen zeigen dies fĂŒr die Standardsprache, der Gebrauch bestimmter analytischer bzw. synthetischer Formen fĂŒr die einzelnen Personen und Zeitformen ist jedoch in den Dialekten sehr unterschiedlich. Generell werden im SĂŒden eher synthetische Formen, im Norden eher analytische Formen benutzt.cite-ref-29[29]

Verb der Klasse 1 (einsilbiger Stamm) mit palatalem Auslaut: bris, „brechen“

| | PrÀsens | Futur | PrÀteritum | Imperfekt | Konditional | Konj. PrÀs. | Konj. PrÀt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Sg. | brisim | brisfead, brisfidh mé | bhriseas, bhris mé | bhrisinn | bhrisfinn | brisead, brise mé | brisinn |
| 2. Sg. | brisir, briseann tĂș | brisfir, brisfidh tĂș | bhrisis, bhris tĂș | bhristeĂĄ | bhrisfeĂĄ | brisir, brise tĂș | bristeĂĄ |
| 3. Sg. | briseann sé/sí | brisfidh sé/sí | bhris sé/sí | bhriseadh sé/sí | bhrisfeadh sé/sí | brisidh/brise sé/sí | briseadh sé/sí |
| 1. Pl. | brisimid, brisean muid | brisfeam, brisfimid, brisfidh muid | bhriseamar, bhris muid | bhrisimis | bhrisfimis | briseam, brisimid | brisimis |
| 2. Pl. | briseann sibh | brisfidh sibh | bhris sibh | bhriseadh sibh | bhrisfeadh sibh | brisish/brise sibh | briseadh sibh |
| 3. Pl. | brisid, briseann siad | brisfid, brisfidh siad | bhriseadar, bhris siad | bhrisidĂ­s | bhrisfidĂ­s | brisid, brise siad | brisidĂ­s |
| unpersönlich | bristear | brisfear | briseadh | bhristí | bhrisfí | bristear | bristí |

Verb der Klasse 2 (mehrsilbiger Stamm) mit nicht-palatalem Auslaut: ceannaigh, „kaufen“

| | PrÀsens | Futur | PrÀteritum | Imperfekt | Konditional | Konj. PrÀs. | Konj. PrÀt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. Sg. | ceannaím | ceannód, ceannóidh mé | cheannaíos, cheannaigh mé | cheannaínn | cheannóinn | ceannaíod, ceannaí mé | ceannaínn |
| 2. Sg. | ceannaĂ­r, ceannaĂ­onn tĂș | ceannĂłir, ceannĂłidh tĂș | cheannaĂ­s, cheannaigh tĂș | cheannaĂ­teĂĄ | cheannĂłfĂĄ | ceannaĂ­r, ceannaĂ­ tĂș | ceannaĂ­teĂĄ |
| 3. Sg. | ceannaíonn sé/sí | ceannóidh sé/sí | cheannaigh sé/sí | cheannaíodh sé/sí | cheannódh sé/sí | ceannaí sé/sí | ceannaíodh sé/sí |
| 1. Pl. | ceannaĂ­mid, ceannaĂ­onn muid | ceannĂłimid, ceannĂłidh muid | cheannaĂ­omar | cheannaĂ­mis | cheannĂłimis | ceannaĂ­mid | ceannaĂ­mis |
| 2. Pl. | ceannaĂ­onn sibh | ceannĂłidh sibh | cheannaigh sibh | cheannaĂ­odh sibh | cheannĂłdh sibh | ceannaĂ­ sibh | ceannaĂ­odh sibh |
| 3. Pl. | ceannaĂ­d, ceannaĂ­onn siad | ceannĂłid, ceannĂłidh siad | cheannaĂ­odar, cheannaigh siad | cheannaĂ­dĂ­s | cheannĂłidĂ­s | ceannaĂ­d, ceannaĂ­ siad | ceannaĂ­dĂ­s |
| unpersönlich | ceannaítear | ceannófar | ceannaíodh | cheannaítí | cheannóifí | ceannaítear | ceannaítí |

Verneinungen werden mit der Partikel nĂ­ (im PrĂ€teritum meist nĂ­or), Fragen mit der Partikel an (bzw. ar) gebildet. Einige Verben kennen SuppletivstĂ€mme, zum Teil sogar bei positiven/negativen Formen: chuaigh tĂș „du gingst“, aber nĂ­ dheachaigh tĂș „du gingst nicht“.

PrÀpositionen

PrĂ€positionen werden im Irischen in zwei Formen gebraucht, als einfache und als zusammengesetzte PrĂ€positionen. AuffĂ€llig sind die konjugierten PrĂ€positionen, die eine Sonderform der einfachen PrĂ€positionen darstellen. Dabei verschmelzen diese mit einem Personalpronomen zu einem neuen Wort, das in den meisten FĂ€llen jedoch lautliche Merkmale der Ausgangswörter enthĂ€lt. Die Bedeutung der konjugierten PrĂ€position Ă€ndert sich dann entsprechend: ar („auf“) zu „auf mir“, „auf dir“, „auf ihm“ oder „darauf“, „auf ihr“ usw.

| | ag (bei, an, um) | ar (auf, an, um, zu, nach) | le (mit, von) | faoi (unter, von) | do (zu, fĂŒr) |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Sg. | agam | orm | liom | fĂșm | dom, domh |
| 2. Sg. | agat | ort | leat | fĂșt | duit |
| 3. Sg. mask. | aige | air | leis | faoi | do, dĂł |
| 3. Sg. fem. | aici | uirthi | leithi (lĂ©i) | fĂșithi | di |
| 1. Pl. | againn | orainn | linn | fĂșinn | dĂșinn |
| 2. Pl. | agaibh | oraibh | libh | fĂșibh | daoibh, dĂ­bh |
| 3. Pl. | acu | orthu | leo | fĂșthu | dĂłibh |

Zusammen mit Substantiven, einschließlich Namen, werden einfache PrĂ€positionen jedoch als solche eingesetzt: ag an doras, „an der TĂŒr“, ag PĂĄdraig, „bei PĂĄdraig“, im Gegensatz zu aige, „an ihm/diesem“ (der TĂŒr) oder „bei ihm“ (PĂĄdraig). Viele einfache PrĂ€positionen fĂŒhren zur Lenition des nachfolgenden Substantivs (ar bhord, „auf einem Tisch“, von bord) und in Verbindung mit dem Artikel zur Nasalierung (ar an mbord, „auf dem Tisch“). Zusammengesetzte PrĂ€positionen bestehen zumeist aus einer einfachen PrĂ€position und einem Substantiv und regieren den Genitiv: in aghaidh na gaoithe, „gegen den Wind“, wörtlich „im Gesicht des Windes“. Personalpronomen erscheinen entsprechend im Inneren des Ausdrucks, so dass im Grunde Zirkumpositionen entstehen: in a haghaidh, „gegen sie“ (wörtlich „in ihrem Gesicht“; gaoth, „Wind“ ist feminin). Es existieren, anders als etwa im Deutschen („der UmstĂ€nde halber“), keine Postpositionen.

Numeralien

Im Irischen existieren neben den gĂ€ngigen Kategorien fĂŒr Kardinal- und Ordinalzahlen noch abgewandelte Systeme fĂŒr das ZĂ€hlen von GegenstĂ€nden sowie von Personen. Eine Besonderheit sind die Zahlen 2 (dĂł) und 4 (ceathair), die, wenn sie von etwas Konkretem gefolgt werden, zu dhĂĄ und ceithre werden. Die Zahlen von 2 bis 10 fĂŒhren außerdem zu Anlautmutationen. Die Verwendungsbeispiele zeigen Wörter mit den Grundformen ceann („StĂŒck“), punt („Pfund“):

| | Kardinal- zahl | Ordinal- zahl | ZÀhlen von GegenstÀnden* | ZÀhlen von Personen* |
|---|---|---|---|---|
| 1 | a haon | chéad | aon (cheann/låmh/phunt) amhåin, (ceann/låmh/punt) amhåin | duine, duine amhåin |
| 2 | a dĂł | dara, tarna, ath- | dhĂĄ (cheann/lĂĄimh/phunt) | beirt |
| 3 | a trĂ­ | trĂ­Ăș | trĂ­ (cheann~cinn/lĂĄmha/phunt) | triĂșr |
| 4 | a ceathair | ceathrĂș | cheithre/ceithre (cheann~cinn/lĂĄmha/phunt) | ceathrar |
| 5 | a cĂșig | cĂșigiĂș | cĂșig (cheann~cinn/lĂĄmha/phunt) | cĂșigear |
| 6 | a sĂ© | sĂ©Ăș | sĂ© (cheann~cinn/lĂĄmha/phunt) | seisear |
| 7 | a seacht | seachtĂș | seacht (gceann~gcinn/lĂĄmha/bpunt) | seachtar, mĂłrsheisear |
| 8 | a hocht | ochtĂș | ocht (gceann~gcinn/lĂĄmha/bpunt) | ochtar |
| 9 | a naoi | naoĂș | naoi (gceann~gcinn/lĂĄmha/bpunt) | naonĂșr |
| 10 | a deich | deichniĂș, deichiĂș | deich (gceann~gcinn/lĂĄmha/bpunt) | deichniĂșr |
| 11 | a haon dĂ©ag | aonĂș (ceann) dĂ©ag | aon (cheann/lĂĄmh/phunt) dĂ©ag, (ceann/lĂĄmh/punt) dĂ©ag | aon duine dĂ©ag, duine dĂ©ag |
| 20 | fiche | fichidiĂș, fichiĂș | fiche (ceann/lĂĄmh/punt) | fiche duine |
| 21 | a haon is fiche | aonĂș (ceann) is fiche | aon (cheann/lĂĄmh/phunt) is fiche, (ceann/lĂĄmh/punt) is fiche | duine is fiche |
| 24 | a ceathair is fiche | ceathrĂș (ceann) is fiche | cheithre (cheann~cinn/lĂĄmha/phunt) is fiche | ceathrar is fiche |
| 100 | cĂ©ad | cĂ©adĂș | cĂ©ad (ceann/lĂĄmh/punt) | cĂ©ad duine |

* punt bedeutet „Pfund“, hier verwendet als typisches zĂ€hlbares Substantiv, ceann bedeutet „Kopf“, kann jedoch auch zum ZĂ€hlen unbestimmter Objekte verwendet werden. lĂĄmh bedeutet „Hand, Arm“. Ceann und lĂĄmh gehören zu den Substantiven, die nach Zahlen grĂ¶ĂŸer 2 stets im Plural (cinn, lĂĄmha) auftreten, und nach 2 stets im „Dual“ auftreten. Die angegebenen Wörter fĂŒr gezĂ€hlte Personen beinhalten die Information „Personen“ bereits: triĂșr heißt „drei Personen“. Genauere Bezeichnungen können angefĂŒgt werden: triĂșr peileadĂłirĂ­, „drei Fußballer“

Numeralien stehen stets vor den Substantiven, auf die sie sich beziehen. Im Standardirischen mĂŒssen Substantive, die Zahlwörtern folgen, im Singular sein; in irischen Dialekten ist Singular und Plural möglich. Wenn fĂŒr das Substantiv eine Singularform verwendet wird, tritt Lenition auf fĂŒr die Zahlen 3 bis 6 und Eklipse fĂŒr 7 bis 10. Wenn Plural verwendet wird, bleiben die Substantive in Kombination mit den Zahlwörtern fĂŒr 3 bis 6 unverĂ€ndert, aber Eklipse fĂŒr 7 bis 10, wie in den folgenden Beispielen:cite-ref-30[30]

trí chat (Singular, dt. ‚drei Katzen‘)
cĂșig chathaoir/cathaoireacha (Singular oder Plural, dt. ‚fĂŒnf StĂŒhle‘)
naoi gcoinneal/gcoinnle (Singular oder Plural, dt. ‚neun Kerzen‘)

Die Zahlen 11–19 erhalten den zusĂ€tzlichen Bestandteil dĂ©ag, entsprechend dem deutschen „-zehn“ (a trĂ­ dĂ©ag = dreizehn, trĂ­ phunt dĂ©ag = dreizehn Pfund).

FĂŒr die Bildung höherer Zahlen werden sowohl ein 10er- (seachtĂł, 60) als auch ein 20er-System (trĂ­ fhichid, 3 × 20) verwendet. Das 10er-System ist heute aufgrund der Verwendung im Schulsystem jedoch gĂ€ngiger. GezĂ€hlte GegenstĂ€nde/Personen werden zwischen Einer- und Zehnerstelle gesetzt: dhĂĄ bhord is caoga, „52 Tische“, wörtlich „zwei Tisch und fĂŒnfzig“. Die Angabe des GezĂ€hlten erfolgt zumeist im Singular.

Syntax

→

Hauptartikel

:

Irische Syntax

Die Wortstellung des neutralen Satzes ist relativ fest. Abgewichen werden kann von ihr aber, um Fokus und Kontrast zu nuancieren. Wie bei allen inselkeltischen Sprachen ist die neutrale Satzstellung Verb-Subjekt-Objekt. Fragen werden durch vorangestellte Partikeln gebildet, so dass die Satzgliedstellung unverÀndert bleibt:

‱ DĂ©anann sĂ© an obair. („Er macht die Arbeit.“, wörtl. „Macht er die Arbeit.“)
‱ An ndĂ©anann sĂ© an obair? („Macht er die Arbeit?“, wörtl. „Partikel-macht er die Arbeit?“)

Alle semantisch eigenstÀndigen Satzglieder können durch Satzumbau jedoch nach vorne gestellt werden, um den Fokus des Satzes zu Àndern. Ein neutraler Satz lautet beispielsweise:

‱ Rinne mĂ© an obair leis an athair innĂ©. („Ich machte gestern die Arbeit mit dem Vater.“, wörtlich „Machte ich die Arbeit mit dem Vater gestern.“)

Der Satz kann jedoch wie folgt umgestellt werden:

‱ An obair a rinne mĂ© leis an athair innĂ©. („die Arbeit“ im Fokus)
‱ Mise a rinne an obair leis an athair innĂ©. („ich“ im Fokus)
‱ (Is) leis an athair a rinne mĂ© an obair innĂ©. („mit dem Vater“ im Fokus)
‱ InnĂ© a rinne mĂ© an obair leis an athair. („gestern“ im Fokus).

Ein Personalpronomen als direktes Objekt steht gewöhnlich am Satzende.

‱ Chonaic mĂ© ar an tsrĂĄid Ă©. („Ich sah ihn auf der Straße.“, wörtl. „Sah ich auf der Straße ihn.“)

Mit einer Nominalphrase als Objekt wird hingegen die normale Satzgliedfolge V-S-O eingehalten:

‱ Chonaic mĂ© an fear ar an tsrĂĄid. („Ich sah den Mann auf der Straße.“, wörtl. „Sah ich den Mann auf der Straße.“)

Textbeispiele

Allgemeine ErklÀrung der Menschenrechte, Artikel 1

Irisch in moderner Orthographie

Airteagal 1.

SaolaĂ­tear gach duine den chine daonna saor agus comhionann i ndĂ­nit agus i gcearta. TĂĄ bua an rĂ©asĂșin agus an choinsiasa acu agus ba cheart dĂłibh gnĂ­omhĂș i dtreo a chĂ©ile i spiorad an bhrĂĄithreachais.

Aussprache (Aran-Inseln)

/sË iːɫiːtÊČəɟˠ gË aːx dË ÉȘnÊČə dÊČənÊČ Ă§ÉȘnÊČə dË iːnə sË iːɟˠ əsË  kË oːÉȘnˠənË  ə nÊČiːnÊČətÊČ É™sË  ə gÊČĂŠËÉŸË tˠə. tˠɑː bË uːə nË  ÉŸË eːsË uːnÊČ É™sË  ə xʌnÊČʃəsˠə aːkˠəbË  əsË  bˠə Ă§ĂŠËÉŸË tË  dË oːbÊČ gÊČÉŸÊČiːvuː dÊČÉŸÊČoː çeːlÊČə sË pÊČÉȘÉŸË É™dË  ə vˠɟˠɑːɟÊČəxəʃ./

Vaterunser

Transkription des Irischen (Dialekt von Coolea)

Ár n-Athair atĂĄ ar neamh go naomhuighthear t’ainm, go dtagaidh do rĂ­oghdhacht, go ndĂ©intear do thoil ar an dtalamh mar a dĂ©intear ar neamh.

Aussprache

/ɑːr nahirÊČ É™Ëˆtɑː erÊČ nÊČav gə neːˈviːhər tanÊČimÊČ, gə dɑgigÊČ də riːxt, gə nÊČeːnÊČtər də holÊČ erÊČ É™ daləv mɑr ə dÊČeːnÊČtÊČər er nÊČav./

Deutsche InterlinearĂŒbersetzung

Unser Vater der-ist auf Himmel dass sei-geheiligt dein-Name, dass komme dein Reich, dass werde-gemacht dein Wille auf der Erde wie welches werde-gemacht auf Himmel.

Heutiges Standardirisch

Ár nAthair atĂĄ ar neamh go naofar d’ainm, go dtaga do rĂ­ocht, go ndĂ©antar do thoil ar an talamh mar a dhĂ©antar ar neamh.

Sprichwort

Transkription des Irischen (Dialekt von Coolea und heutiger Standard)

Is maith Ă­ comhairle an droch-chomhairligh.

Aussprache

/is mɑh iː koːrˈlÊČiː ən droˈxoːrligÊČ./

Deutsche Übersetzung

Ist gut sie Rat des schlecht-Beraters. = Gut ist der Rat eines schlechten Beraters. (comhairle, „Rat“, ist weiblich)

Beide Textausschnitte basieren auf Feldaufnahmen aus den 1930er oder 1940er Jahren aus West Cork. Die Transkriptionen wurden von Brian Ó CuĂ­v vorgenommen und 1947 veröffentlicht.cite-ref-31[31]

Literatur

Allgemeine Beschreibungen und Grammatiken, Geschichte

‱ Martin J. Ball, Nicole MĂŒller (Hrsg.): The Celtic Languages. 2. Auflage. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-1-138-96999-5.
‱ Mícheál Ó Siadhail: Modern Irish: Grammatical structure and dialectal variation. Cambridge University Press 1989, ISBN 0-521-37147-3.
‱ Martin Rockel: GrundzĂŒge einer Geschichte der irischen Sprache. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Wien 1989, ISBN 3-7001-1530-X.

LehrbĂŒcher

‱ Arne Ambros und Theresa-Susanna IllĂ©s: SlĂĄinte! Irisch-Lehrbuch fĂŒr den Selbstunterricht. Reichert, Wiesbaden 2006, ISBN 3-89500-512-6 (mit SchlĂŒssel ISBN 3-89500-544-4).
‱ Mícheál Ó Siadhail: Lehrbuch der irischen Sprache. Helmut Buske, Hamburg 2004, ISBN 3-87548-348-0 (incl. Aussprache-CD).
‱ Britta Schulze-Thulin, Niamh Leypoldt: Irisch fĂŒr AnfĂ€nger. Buske, Hamburg 2013, ISBN 978-3-87548-574-5.

WörterbĂŒcher

‱ Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. Zweiter band. Wörterbuch. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899.
‱ Thomas F. Caldas, Clemens Schleicher: Wörterbuch Irisch-Deutsch. Helmut Buske, Hamburg 1999, ISBN 3-87548-124-0. [1]
‱ Lars Kabel: Irisch-GĂ€lisch. Wort fĂŒr Wort (= Kauderwelsch. Band 90). 9. Auflage. Reise-Know-How-Verlag Rump, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-89416-797-4.
‱ Wigger, Arndt et al. FoclĂłir Briathra Gaeilge [DE: Wörterbuch Irischen Verben]. 2016
‱ Alexey Shibakov: Irish Word Forms / Irische Wortformen (Book I). epubli, Berlin 2017, ISBN 978-3-7450-6650-0.
‱ Alexey Shibakov: Irish Word Forms / Irische Wortformen (Book II). epubli, Berlin 2017, ISBN 978-3-7450-6652-4.

Dialekte

‱ Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899.
‱ T. F. O’Rahilly: Irish Dialects Past and Present. Browne & Nolan, 1932; Nachdruck, Dublin Institute for Advanced Studies, 1972, ISBN 0-901282-55-3.
‱ E. C. Quiggin: A Dialect of Donegal: Being the Speech of Meenawannia in the Parish of Glenties. Cambridge University Press, 1906.

Irischsprachige Literatur

‱ Desmond Durkin-Meisterernst: Neuirisches Lesebuch. Texte aus Cois Fhairrge und von den Blasket Inseln. Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-89500-602-9.

Weblinks

Wikipedia auf Irisch

Commons

: Irische Sprache

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Wikisource: Irische WörterbĂŒcher

– Quellen und Volltexte

‱ Eist/Listen live Radio-Streaming im Internet, rechts oben klicken: „R na G Beo“
‱ CĂșrsa Gaeilge: deutschsprachige Irisch-Kurs-Ausarbeitung
‱ Gramadach na Gaeilge deutschsprachige Online-Grammatik
‱ Online-Version der irisch-englischen und englisch-irischen StandardwörterbĂŒcher Ó DĂłnaill und de Bhaldraithe
‱ neueres englisch-irische Online-Wörterbuch
‱ deutsches Online-Wörterbuch und Grammatik fĂŒr Irisch
‱ englisches Online-Wörterbuch der DCU (Dublin City University) zu Fachtermini
‱ Conradh na Gaeilge Bheirlín
‱ Conradh na Gaeilge Hamburg

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Constitution of Ireland – Bunreacht na hÉireann (Text der irischen Verfassung auf Englisch; dort allerdings „first official language“, nicht „main official language“) (PDF; 205 kB)
cite-note-22. ↑ Languages, with the abbreviations as given by the "Ethnologue" classification. uva.nl, abgerufen am 29. Oktober 2021.
cite-note-31. E.G. Ravenstein, „On the Celtic Languages of the British Isles: A Statistical Survey“, in Journal of the Statistical Society of London, vol. 42, no. 3, (September, 1879), S. 584
cite-note-44. ↑ u. a. Davies, Norman: The Isles. A History, Oxford University Press 1999. ISBN 0-19-514831-2
cite-note-55. ↑ Rockel 1989, S. 49–50
cite-note-66. ↑ Rockel 1989, S. 56–57
cite-note-77. ↑ Rockel 1989, S. 64–70
cite-note-88. ↑ Rockel 1989, S. 82
cite-note-99. ↑ MĂĄirtĂ­n Ó MurchĂș, „Aspects of the societal status of Modern Irish“, in The Celtic Languages, London: Routledge, 1993. ISBN 0-415-01035-7
cite-note-1010. ↑ Central Statistics Office Ireland:Census 2006 – Volume 9 – Irish Language (Memento vom 19. November 2007 im Internet Archive) (PDF)
cite-note-1111. ↑ Census 2016 Summary Results – Part 1 – CSO – Central Statistics Office. In: Cso.ie. Abgerufen am 29. Juli 2017 (englisch).
cite-note-schism-1212. ↑ Brian Ó Broin: Schism fears for Gaeilgeoirí. In: The Irish Times. 16. Januar 2010, archiviert vom Original am 16. Februar 2018; abgerufen am 16. Februar 2018.
cite-note-1313. ↑ logainm.ie: Namensbedeutung. Abgerufen am 14. Januar 2022.
cite-note-1414. ↑ O’Rahilly 1932, passim
cite-note-1515. ↑ Ó Siadhail 1989, S. 318
cite-note-1616. ↑ Ó Siadhail 1989, S. 165–66
cite-note-1717. ↑ DĂłnall P. Ó Baoill: Irish. In: Martin J. Ball, Nicole MĂŒller (Hrsg.): The Celtic Languages, 2. Auflage. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-1-138-96999-5, S. 164–165.
cite-note-1818. ↑ Ó Siadhail (1985), S. 12
cite-note-1919. ↑ DĂłnall P. Ó Baoill: Irish. In: Martin J. Ball, Nicole MĂŒller (Hrsg.): The Celtic Languages, 2. Auflage. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-1-138-96999-5, S. 166–168.
cite-note-2020. ↑ DĂłnall P. Ó Baoill: Irish. In: Martin J. Ball, Nicole MĂŒller (Hrsg.): The Celtic Languages, 2. Auflage. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-1-138-96999-5, S. 173–174.
cite-note-2121. ↑ Ó Siadhail 1989, S. 39
cite-note-2222. ↑ Quiggin 1906, S. 9
cite-note-2323. ↑ Mícheál Ó Siadhail: Lehrbuch der irischen Sprache. Buske, Hamburg 1985. – S. 27, gibt nur letztere Aussprache im Dialekt von Galway
cite-note-2424. ↑ Ó Siadhail (1985), S. 19
cite-note-2525. ↑ Darstellung nach Mícheál Ó Siadhail: Lehrbuch der irischen Sprache. Buske, Hamburg 1985
cite-note-2626. ↑ Ó Siadhail: Lehrbuch der irischen Sprache. S. 49
cite-note-2727. ↑ SpĂ€teste Quelle mit Angaben eigener Dualformen: Myles Dillon & Donncha Ó CrĂłinĂ­n: Teach Yourself Irish. English Universities Press, London 1961. S. 72f.
cite-note-2828. ↑ Ailbhe Ó Corráin, „On verbal aspect in Irish with particular reference to the progressive“. Miscellanea Celtica in Memoriam Heinrich Wagner, Uppsala 1997
cite-note-2929. ↑ O’Rahilly 1932, S. 219
cite-note-3030. ↑ DĂłnall P. Ó Baoill: Irish. In: Martin J. Ball, Nicole MĂŒller (Hrsg.): The Celtic Languages, 2. Auflage. Routledge, London/New York 2010, ISBN 978-1-138-96999-5, S. 179.
cite-note-3131. ↑ Brian Ó Cuív. The Irish of West Muskerry: A Phonetic Study. Dublin Institute for Advanced Studies, 1947. ISBN 0-901282-52-9